Friday, 10. april 2009
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10:18
Als wir von unserem Schwestern-Qualitäts-Zeit-Samstag wieder nach Etelsen zurück kehren, wartet Grünkohl auf uns und die Familie. Wir müssen erstmal alles erzählen,
was wir erlebt haben und was die Eltern und das Patenkind so gemacht haben. Schön.
Sonntag. Frühstück und danach High School Musical III auf DVD. Cool! Danach wollen wir noch nach Fischerhude zur Kunstausstellung.
FISCHERHUDE.
Ich bin ja jetzt offiziell verliebt. In dieses Örtchen. In die Menschen da und die Atmosphäre. Weniger verliebt bin ich eine ganz bestimmte, blaukajalte Cafe-Bedienung, die jeden morgen sicher
einen Lockenwickler für die Haare auf den Zähnen braucht. Dazu später. In Fischerhude, da gibts so kleine Läden mit so ganz tollen, kruscheligen Deko-Sachen. Also die Sachen, die in mir so
romantisch-verklärte Ideen von Großfamilien an geschmackvoll gedeckten Tischen unterm Apfelbaum auslösen. Und mich irgendwie traurig machen. Und dann auch wieder nicht, weil hatte ich ja letztes
Jahr zu meinem Geburtstag. Na jedenfalls. Isses schön da. In Fischerhude. Wir kaufen uns so durch die Geschäfte. Obwohl ich mehr so Ideen und Gedanken kaufe. Und Wolle. Ganz schöne Mohair- Wolle
für einen Schal. Lila. Klar. Und ein Armband aus selbstgemachten Glasperlen. Auch in. Lila. Was sonst.
Nach den Strapazen des Wollladens wollen wir uns einen Kaffee und ein ordentliches Stück Kuchen gönnen, wie sich das für einen Sonntag nachmittag gehört. Diese Rechnung hatten wir jedoch ohne die
bezaubernde, zahnbehaarte Bedienung gemacht. Sowas hab ich noch nicht erlebt. "Ich kann keine Bestellung annehmen, wir haben 20 Bons hängen und das dauert eine dreiviertel Stunde." "???" Mal im
ernst jetzt. Wir sitzen wie vom Donner gerührt. Und beschließen erstmal sitzen zu bleiben. Was auch ein bisschen mit dem Donner zu tun hat. Diese Frau geht mit den Kunden um wie eine
Gulag-Aufseherin an einem schlechten Tag. Kunde droht mit Auftrag.
Nach einer knappen halben Stunde oder so haben wir trotzdem Kaffee, Kakao, Kuchen. Und wundern uns immer noch ein bisschen. Und fragen uns, wo jetzt genau das Problem war.
Wir kehren noch in Brünings Naturkostsupermarkt ein und besorgen ein paar Leckerein fürs Abendessen. Toller Laden. Geniale Auswahl. Sowas hätte ich zuhause auch gern.
Zu Hause stricken wir. Die neue Wolle will entsprechend gewürdigt werden.
Montag ist für mich Aufbruchstag. Auf gen Hamm, neuen Abteneuern entgegen. Vorher gibt es noch einen kleinen Exkurs zum Thema Hochzeit. Irgendwie schon wieder angespannt, es gelingt mir nicht, das
rüber zu bringen, was mir eigentlich wichtig ist und klinge wie Frau Rottenmeier auf Speed.
Die Fahrt nach Hamm nutze ich für Sarah Kuttners "Mängelexemplar". Ihre Protagonistin Karo ist mir auf merkwürdige Art und Weise vertraut, wenngleich ich weder so schickimicki noch so ADS-mäßig
unterwegs bin wie sie. Aber die Ängste, die Bedürfnisse - das passt irgendwie schon. Und ich fühle mich wohl mit Kuttners Schreibstil. Der ihrem Sprechstil ziemlich ähnlich ist. Das ist wie eine
neue Speisekarte im Stammlokal. Alles vertraut aber doch überraschend.
In Hamm werde ich von Blossom und Jamie vom Bahnhof abgeholt, wir fahren in die Wohnung und dann (und das finde ich jetzt voll komfortabel) ... passiert das hier: Krapprotdunkel bei Blossom -hihi ....
Mein Aufbruch ist etwas überstürzter als geplant, aber wie sich dann zu Hause rausstellt, auch gut so. Der Wasserrohrbruch und die völlig hektische Hausgemeinschaft bedarf der Bekümmerung. Aber
jetzt alles wieder gut. Gott sei dank.
von Krapprotdunkel
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Wednesday, 8. april 2009
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15:34
Abenteuer .... hab ich erlebt .... manmanman ...
Am Freitag später als geplant losgekommen. Als ich die Wohnung verlasse, grinse ich mich über mich selbst. Alle Packstücke in schlichtem schwarz, selbst die Mülltüte passt ins Bild. Ich bin jetzt
gut in der Zeit, schlendere mit Koffer durch die Stadt. Mein Koffer. Der Koffer, der mich schon Jahre begleitet. Der Koffer, der für ein sehr spannendes halbes Jahr sowas wie mein zu Hause war,
immer gepackt, immer im Auto. Jetzt nur noch ab und an am Start ...
Am Bahnhof habe ich Zeit und das erste Capri-Eis der Saison, wippe mit Peter Fox im Ohr dem Zug entgegen und auf dem Brachgelände gegenüber dem Gleis wankt ein sturzbetrunkener Penner in
rotem Flanellkaro durch den Sonnenschein.
Ich freu mich. Etelsen.
Es ist zahmer in den Zügen, als ich annehme für den Freitag vor Karfreitag. Schön. Ich werde abgeholt. Doppelt. Beide Zweiteltern. Und Mr. Stringer, das neue Auto. Überraschung. Es ist schön, die
beiden nach der langen Zeit seit Weihnachten endlich mal wieder zu sehen. (...)
Die Berlinerin samt Patenkind kommen eine Weile später und werden natürlich auch mit großem Bahnhof vom Bahnhof abgeholt. Und mit dem neuen Auto erschreckt. Echt ein cooles Teil ... nach Hause,
essen, reden, freuen. Meine Füße riechen, aber vor lauter beineinadersein komme ich nicht zum mal eben schnell waschen. Wir sind mal wieder zusammen. Ich genieße. Meine Lieben. Das Patenkind
fiebert langsam der Pubität entgegen und hat sich schon verändert, ich finds spannend und beobachte interessiert.
Samstag. Eigentlich haben wir heute Seminar. Was aber ausfällt. Weswegen wir den Tag nutzen für einen Bummel durchs Viertel. Frühstück im Piano. Mit allem, was gut ist. Frischem Obst. Croissant.
Eier und Speck. Kaffee. Frisch gepresstem O-Saft. Dann: in aller Ruhe durch alles bummeln, was am Ostertorsteinweg offen und was zu verkaufen hat. Großartig. Echt. Genuss. Zwischendrin eine
Lamacun. Und ich habe Ewald, Franz und Günther aufgerissen, drei charmante Hausgeister, die ich demnächst höflich vorstellen werde, wenn sie da hängen, wo sie hingehören sollen.
Die Berlinerin und ich fahren zurück zum Bahnhof. Kaffee im Übersee-Museum und dann noch in die Sitting-Bull-Ausstellung. Es berührt, diese Ausstellungsstücke zu sehen, anfangs noch die Bekleidung
und Waffen aus traditionellen indianischen Werkstoffen, später mehr und mehr von westlichen Materialien verdrängt. Erst die Kinder- und Kämpferbekleidung noch aus dem eindrucksvoll gegerbten
Leder, dann irgendwann in Teilen aus geblümten Baumwollstoff, sogar aus alten Mehlsäcken, aber immer aufwendig bestickt und gestaltet. Wir möchten beide gerne mehr über die Pigmente und die Kunst
wissen, wie die Borsten des Stachelschweins eingefäbrt und verarbeitet wurden. Von einem freien, wilden Volk mit reicher Kultur zu einer ghettoisierten, verchristlichten Gesellschaft, die sehr
weise und nachgiebig noch sehr viel annimmt vom Besatzer, um zu gefallen. Dieses verstörende Foto von Indianerkindern mit Kurzhaarschnitt und schwarzem Anzug oder weißem Kleid zur Kommunion.
Weil wir uns von diesem Tag noch nicht trennen können, gehen wir noch ins Kino. Slumdog Millionaire. Ein großer Film. Groß in allem. In der Liebe, der Sehnsucht, der Gewalt, der Traurigkeit. Immer
haarscharf auf dem Grat zwischen Drama und Glück.
tbc ...
von Krapprotdunkel
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Friday, 3. april 2009
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09:20
... weg.
Heute noch: Kaltstart. Hasse ich ja. Dementsprechend nicht fertig gepackt. Dementsprechend wahrscheinlich auch nicht der 13:00 Uhr Zug. Den wahrscheinlich sowieso nur schwer, weil der Chef heute
"doch noch mal reingekommen ist" (trotz Urlaub) und die letzten Tage seit Mittwoch schön zum Vorschreiben (mit der Hand) genutzt. Und ich tippe. Und tippe. Und koche.
Maaaaaahhhhhhh !
Ich.
will.
hier.
raus.
..... noch zweieinhalb Stunden .... counting downwards ....
Bis nächste Woche irgendwann - lasst es Euch gut gehen ....
von Krapprotdunkel
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Thursday, 2. april 2009
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12:05
Mit Mikrowellen ist das wie mit Eisentöpfen. Man muss die nicht so doll sauber machen, die Patina gibt Aroma. Bestimmt.
von Krapprotdunkel
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Thursday, 2. april 2009
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11:34
Nachdem gefühlt das erste Quartal irgendwie zwar voll aber eher heimisch orientiert war, markiert dieses Wochenende mit Verlängerung den Start in eine ziemlich geniale, ziemlich ereignisreiche
Zeit.
Also: morgen Etelsen, dann Montag weiter nach Westfalen, Mittwoch wieder daheim
Ostern. Hab ich Besuch und bin ich mit McFly zum Wandern verabredet. Bodetal. Geil.
Danach löse ich das Geburtstagsgeschenk für Tanja ein. Konzert im Kulturkraftwerk.
Das letzte Aprilwochenende gehört dem 40. Geburtstag des Ex-Chef.
Walpurgis und Ausgehverbot. Sicherheitshalber.
Zweiter Samstag im Mai: Hannover, Teil II mit der Liebsten des Ex. Vielleicht hat die Ausstellung dann auf ...
Am 16. fahre ich den Ex und die Liebste nach Frankfurt zum Flughafen und hänge einen Tag in der alten Heimat dran und werde durch Darmstadt bummeln, gucken ob Schirners Buchhandlung noch da ist und
das Planet und die Markthalle.
Das Wochenende danach könnte ich in der Lüneburger Heide an einem Malort teilnehmen.
Das Wochenende danach ist Pfingsten und ich hab mich für ein LomiLomi-Seminar in Berlin angemeldet. Endlich.
Das erste Juni-Wochenende ist Kirchweih in Erlangen und ich besuche Steffi, wenn ich schon zur Hochzeit nicht da bin.
Und dann bin ich wahrscheinlich völlig pleite und hoffentlich sehr angefüllt mit schönen Erlebnissen.
Großartig.
Hab ichs gut, oder was??
von Krapprotdunkel
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